Schmerz und Elektrizität
Insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert zeigten sich großes Fachinteresse und sogar allgemeine Begeisterung an der medizinisch eingesetzten Elektrizität, von der man sich, gleichsam als Wundermittel, Lösung aller Probleme und Beschwerden erhoffte. Das stand in einem eigenartigen Kontrast zum tatsächlichen Wissen und Können, denn weder war man sich über die Natur noch Art der elektrischen Ladungen und aller daraus folgenden Begriffe klar, noch konnte man ausreichend genau und konstant Elektrizität erzeugen, messen und regeln. So wurde der Begriff der Ionen, der Grundlage aller Stoffveränderungen und jeden Stoffwechsels erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts definiert und fortan immer weiter untersucht. Nach der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts flaute die Begeisterung deutlich ab, die Entwicklung der Elektromedizin spaltete sich: Auf der einen Seite die großen, teuren, spektakulären und hochwissenschaftlich begründeten Geräte und Anlagen wie Magnetresonanztomographen; auf der anderen Seite kleine Geräte von Firmen, die zum KMU-Spektrum zählen und – wenn überhaupt – nur begrenzt F&E betreiben können. Hinzu kam das Aufblühen der pharmazeutischen Industrie mit einem gewissen Verdrängungseffekt für die Elektromedizin.
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